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Wir stellen Euch diese Woche die Autorin Renate Londer vor.

Ich wurde 1964 in einem kleinen Ort in Kärnten, dem südlichsten Bundesland Österreichs, geboren. Nach der Volks- und Hauptschule habe ich in dieser idyllischen Gegend, in der ich noch heute lebe, auch die Handelsschule besucht.

Heute arbeite ich als Verwaltungsassistentin im öffentlichen Dienst. Zu dem bin ich noch ausgebildete Ernährungstrainerin, weil mir das Thema Gesundheit und Ernährung ein großes Anliegen ist. Ich liebe es mich fortzubilden, zu lernen und mich weiterzuentwickeln. Wir, mein Mann und ich leben in einem schönen Eigenheim, haben zwei Töchter und vier tolle Enkelkinder.


 

Wir wollen mehr über die Autorin erfahren und haben ihr dazu ein paar Interviewfragen gestellt.

Interview mit Renate Londer: 1ad14034945849343e4b08ff6f974aa5

 

Als Ernährungstrainerin beschäftigst Du dich zum Teil intensiv mit einem Weggefährten, den viele von uns nur allzu gut kennen. Dem „inneren Schweinehund“. Zu diesem Thema sind auch Deine beiden Bücher entstanden.

Zum Thema Ernährung kam ich hauptsächlich, weil es mir gesundheitlich nicht gut ging. Ich selbst war Opfer der verflixten Wohlstandskrankheiten geworden. Mein Arzt „befahl“ mir mehr oder weniger, in recht kurzer Zeit sehr viel abzunehmen, bzw. Ernährung zu lernen. Wie fast jeder, habe ich gegessen, wann es mir eingefallen ist, habe mir in den Mund gestopft, was mir in die Finger kam, und das Wort Ausgewogenheit, kam nur in schlauen Büchern vor, die ich mir natürlich nicht kaufte. Das war mir viel zu blöd und ich dachte mir: Iss ein bisschen weniger, misch ein paar Erbsen unter den Reis, dann passt das schon. Es dauerte nur knapp zwei Wochen, bis ich mit meinem Plan voll auf die Schnauze flog. Da ahnte ich noch nicht, dass ich zur Gänze von meinem Schweinehund kontrolliert wurde.

 

In Band 1 hast Du dich für den Titel „Friss oder stirb, Seppl“ entschieden. Was macht den Titel für dich so passend?

 

Dazu möchte ich dir auch eine kleine Geschichte erzählen:

Irgendwann habe ich mir Hilfe gesucht und sie Gott sei Dank auch gefunden. Trotzdem scheiterte ich immer wieder an meinen eigenen „blöden Ausreden“, bei allem und jedem, was mir nicht in den Kram passte.

So auch, als ich mich entschloss, nicht mehr bloß walken zu gehen, sondern auch das gute alte Fahrrad, das im Keller verstaubte, wieder in Gebrauch zu nehmen.

Die Idee war natürlich gut, die Durchführung schon viel weniger. Bereits bei der ersten längeren Steigung, begann ich innerlich zu fluchen, mich selbst zu beschimpfen. In meinen Gedanken fetzten sich mein guter Wille und mein ständiger Widersacher, der fast immer die Oberhand behielt.

Irgendwie machte es in einem solchen Moment „Klick“ und ich fing an zu schreien. Ja, tatsächlich, ich habe begonnen, nicht sehr damenhaft laut zu schimpfen: „Seppl, halte dein Maul, du sollst treten und mich nicht immer behindern.“

Es war reines Bauchgefühl und ich fand es passend. So, hatte ich einen Namen für mein inneres Tier und konnte in direkten Kontakt mit ihm treten. Das war noch lange, bevor ich die Idee hatte, meine Erfahrungen niederzuschreiben.

Der gesamte Titel “Friss oder stirb, Seppl!“ entstand aus der Weiterführung meines von nun an, richtigen Weges.

Frei übersetzt bedeutet er: Entweder lebst du mit mir – oder ich lass dich sterben.

 

Stehst Du dem Leser mit praktischen Ratschlägen zur Seite?

 

Nach dem ich es geschafft hatte, meine Gesundheit zu retten, zu lernen was richtige Ernährung auf sich hat, und ganz nebenbei sehr viel Gewicht zu verlieren, arbeitete ich etliche Jahre mit Menschen, denen es gleich erging, wie mir damals.

Es war schön, meine Erfahrungen mit Spaß und Humor weiterzugeben, und sie auf den richtigen Weg zu führen. Neben den Fakten, die einfach einzuhalten sind, war und ist es mir wichtig, zu vermitteln, dass es auf die Leichtigkeit ankommt, wie man an eine Sache herangeht. (Ich verzichte auf nichts – ich ändere bloß meine Gewohnheit). Mein Motto ist: Nimm es leicht und es wird leicht. Nun übe ich diese Tätigkeit nicht mehr beruflich aus, beantworte aber gerne Fragen, wenn das jemand möchte.

 

In Band 2 „Seppl will nicht sterben“, drehst Du den Spieß um. Hier erzählt der „Schweinehund“ über sein Schicksal. Was macht diese Sichtweise für den Leser interessant?

 

Auf den letzten 30 Seiten im ersten Buch, ließ ich Seppl bereits ein Kapitel lang zu Wort kommen. Die Rückmeldungen meiner Leser waren begeistert und sie brachten mich auf die Idee, die ganze Geschichte aus seiner Sichtweise zu schildern. Man kann sich leicht vorstellen, dass die Ansichten hier oft sehr weit auseinandergingen. 😊 Im Buch I ist das Thema Ernährung und Bewegung der Schwerpunkt, wobei Buch II interessant ist, weil man dort lernen kann, dass er ohne konsequente Erziehung immer wieder die Oberhand gewinnen wird. Es zielt also auf die Verhaltensveränderung ab, und macht endgültig klar, dass es nicht reicht, für drei Wochen etwas anders zu machen.

 

Deine Meinung: Ist der „Seppl“ jedem angeboren oder zieht er erst im Laufe des Lebens bei uns ein?

 

Ich gratuliere jedem Menschen, der von sich behaupten kann, keinen „Seppl“ zu haben. Der sein ganzes Leben lang, ohne je nach rechts oder links zu schauen, seine Ziele verfolgt, uns sich von nichts und niemanden davon abbringen lässt.

Meine Meinung dazu ist: Egal ob er Seppl, Hinz oder Kunz heißt. Er gehört zu uns. Er macht uns menschlich und sympathisch. Und er ist schon immer da. Wären wir ohne unsere Ausreden, ohne unsere mehr oder weniger großen Schwächen, nicht eher Maschinen?

Ich habe ihm einen Namen gegeben, um mich mit ihm auseinanderzusetzen zu können, um ihn mir plastisch vorstellen zu können. Ich persönlich schaffe es so wesentlich leichter, ihn an die kurze Leine zu nehmen. Und das immer dann, wenn ich etwas verändern will oder muss und ich mir dabei wieder einmal selbst im Weg stehe. (Verstehst du, was ich damit sagen will? Ich selbst bin mein Seppl!)

Lassen sich die Deine Ratgeber auch auf andere Themengebiete, wie z.B. das Rauchen, zu viel Süßigkeiten essen usw. übertragen?

 

Selbstverständlich. Auch wenn ich zu rauchen aufhören will, den Zucker einschränken muss, eine wichtige Prüfung zu machen ist, wenn ich mich endlich oder wieder, mehr bewegen will, immer sind es meine eigenen Ausreden, die mir im Weg stehen.

Ein paar Beispiele:

warum ist das Wetter zu schlecht, meine Zeit zu kurz, die Strecke zu lange, wenn ich Sport machen soll?

Ich kann mich dementsprechend kleiden, mir meine Zeit einteilen, und die Strecke nach Kondition auswählen

warum kannst du deinen Kaffee nicht ohne Zucker trinken?

Hast du es versucht? Wenn nicht, woher willst du es wissen? Geschmacksnerven passen sich innerhalb weniger Tage an die neue Situation an.

warum schaffst du Prüfung nie?

Hast du dir die Kapitel eingeteilt, lernst du regelmäßig, hast du ein Zeitmanagement? Wenn nicht, ist nicht der Prüfungsstoff daran schuld.

warum ist die Zigarette entspannend?

bist du Stressraucher, verändere die Situation, die dich stresst, bist du Genussraucher – hinterfrage einmal ob es wirklich ein Genuss ist, wenn die Kleidung stinkt, dein Atem nach faulen… riecht? Und? Gibt es für dich nichts, was entspannender wäre, als dir die Gesundheit mit Giftstoffen zu ruinieren?

Egal um welches Thema es geht, wenn du es zulässt, wird dir immer ein Seppl ein Argument geben, warum etwas nicht funktionieren kann.

 

Was machst Du in Deiner Freizeit am liebsten, wenn Du Dich nicht gerade um den Seppl kümmern musst?

 

Ich bin hauptberufliche Verwaltungsangestellte in einer AHS und ich sitze im Vorzimmer der Direktion. Neben meinem neuesten Hobby, dem Schreiben, habe ich noch ein Haus mit großem Garten. Ich bin seit fast fünfunddreißig Jahren verheiratet und freue mich immer, wenn unsere vier Enkelkinder mich auf Trab halten. Natürlich kommt auch die Bewegung nicht zu kurz, wobei, du hast Recht: Ich glaube ich muss mich wieder um meinen Seppl kümmern. Mein Ziel von 10000 Schritten pro Tag, habe ich seit mehr als zwei Wochen nicht erreicht. 😊

 

Du lebst in Feldkirchen. Welchen Ort sollten Besucher in Deiner näheren Umgebung unbedingt gesehen haben?

Ich lebe dort, wo andere Urlaub machen. Kärnten, das südlichste Bundesland von Österreich ist gesegnet mit einer Vielzahl an Seen und Bergen. Und ich lebe mittendrin. Ich kann mich gar nicht entscheiden, da Kärnten nur schöne Plätze hat, aber auch mit Kultur und vielen Sehenswürdigkeiten aufwarten kann. Aber vielleicht ist dem einen oder anderen Velden am Wörthersee mit dem Pyramidenkogel in seiner Nähe ein Begriff. Wenn nicht, sollte man sich das auf Fall in sein Programm aufnehmen.

 

Liebe Renate, vielen Dank für das interessante und ausführliche Interview.

Viele Grüße - Andreas

Einen Überblick über die Werke von Renate Londer gibt es auf ihrer Autorenseite.

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